Posts mit dem Label Morgengedanken werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Morgengedanken werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

21.2.09

Der Indianer

Ich laufe bei -7 Grad zur Bahn, bin gerade dabei den Tag schon abzuschreiben (kalt, lange Uni, abends lernen,...) als ich ihn sehe. Er trägt einen großen Häuptlingskopfschmuck, hat die Kriegsbemalung auf sein Wangen gemalt, unter seiner dicken Winterjacke schauen braune Lederhosen und Mokkasins hervor und: er fährt einen richtigen Roller, keinen Alu-Klapp-Roller, sondern so einen richtig großen, wie ihn Kinder vor 20 Jahren mal hatten (okay, manchmal auch noch vor 10). Ich rede nicht von einem „richtigen“ Pukky-Kleinkinder-Roller in irgendwelchen schrecklichen Farben (okay, ich hätte damals gerne so einen grünen gehabt, aber lieber noch einen altmodischen, größeren Roller), sondern von so einem Teil, dass man noch in irgendwelchen Filmen aus den 50er/60er/70ern sieht, auf dem sogar ich bequem rollern könnte, wenn ich ihn mir nur richtig einstellen würde.
Der Indianer auf dem Roller, der gerade wohl zur Schule fährt (6./7. Klasse?) bringt mich zum lächeln.
Der Morgen ist gerettet ;-). Auch wenn ich am liebsten wieder zu Nina in unser warmes Bett kuscheln würde. Nina sagt vor dem Einschlafen, sie schläft so gerne in meinem Arm ein, rollt sich in meinem Arm ein und mir tut es so Leid, als ich irgendwann später aufwache weil mein Arm eingeschlafen ist und ich mich anders hinlegen muss. Dabei schlafe ich so gerne mit ihr im Arm ein.

2.2.09

Am Bahnhof liegt noch etwas Schnee. Zusammengekrustet liegt er da. Als kleine dreckige, graue Schneewurst hat er sich an im Rinnstein des Busbahnhofs abgelegt. Dort fällt kaum Sonne hin, und wenn, dann steht dort bestimmt irgendein Bus, der Schatten spendet.
Ich bin unendlich müde. Mein Körper fühlt sich an, als wäre ich gestern einen Hundertmeterlauf gelaufen, mein „ich“ fühlt sich an, als wäre hätte jemand ein Tortenstück zuviel von mir gegessen, eines, das eigentlich nie da war. Komisch. Ich freue mich jetzt schon auf zuhause. Darauf, dass ich heute um 2 oder so zuhause sein kann, darauf, dass ich den ganzen Tag lernen muss, aber trotzdem, wenn ich müde bin kurz hinliegen kann, dass Nina und ich ne halbe Stunde Kaffee trinken können, reden. Von unseren Träumen in der Nacht, von dem Gefühl beim Aufwachen, von unseren Gedanken den ganzen Tag. Und unseren Wünschen. Das können wir gut. Wir machen das fast jeden Tag. Das muss uns erst mal jemand nachmachen. Meine Finger riechen übrigens so stark nach dem Nagelentfernen mit Kokosduft, dass ich sie trotz S-Bahn-Gemuffel von der Laptoptastatur riechen kann. Ich mag Kokos nicht. ;-)

Der Tag fährt hoch (Mittwoch)

Nachdem ich so wahnsinnig fleißig war und in der Bahn einen sehr sehr langen Blogeintrag getippt habe, kam ich an der BA an und es roch nach frischen Aufbackbrötchen und Kaffee. In der Miniaturcafeteria hat wohl jemand Kaffee gemacht (wo? da steht doch nur dieser doofe Automat rum?) und Brötchen aufgebacken (für die wenigen Hungrigen, die sich dort Brötchen kaufen, auf die bin ich ab und an neidisch). Das war das erste Mal, dass das Gebäude was sympathisches hatte. Weil: das BA-Gebäude ist definitiv „Sindelfingen/Böblingen“, wenn ihr wisst was ich meine.